8.3 Ausbildung von Supportpersonen

Die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration von Medien und ICT in den Unterricht ist ein pädagogisches Support-Team vor Ort. In diesem Kapitel beschreiben Sie, wie Ihre Schule dieses Ziel erreichen will und wie die Ausbildung von Supporterinnen und Supportern geregelt werden soll.

Inhalt (Medien- und ICT-Konzept)

Vergleiche Medien- und ICT-Konzept deiner Schule.

Umsetzung

Die Schulleitung sucht das Gespräch mit dem bisherigen Verantwortlichen für den Technischen Support der Schulinfrastruktur. Er motiviert ihn, die Ausbildung zum technisch-organisatorischen Supporter anzugehen.

Im Kollegium macht die Schulleitung die Ausbildung zur pädagogischen Beratungsperson bekannt. Sie zeigt die Voraussetzungen, den Ausbildungsgang, die aufzuwendende Zeit und Ressourcen auf. Sie bietet einen Ausblick über die zu übernehmenden Aufgaben als pädagogische Beratungsperson. Über ein einfaches Bewerbungsverfahren sollen die interessierten Lehrpersonen angehört werden. Sinnvoll wäre, wenn im selben Jahrgang mindestens zwei Personen diese Ausbildung angehen würden.

Die Schulleitung stellt zuhanden der Schulpflege den Antrag für die Beurlaubung der Teilnehmenden sowie zur Übernahme der Kosten gemäss den Reglementen der Gemeinden und des Volksschulamtes.

Die Lehrperson ist für die Anmeldung zuständig. Sie stellt sicher, dass die Anmeldefristen und die korrekten Dienstwege eingehalten werden.

Die Schulpflege bewilligt an der Schulpflegesitzung die nötigen finanziellen und zeitlichen Ressourcen. Sie unterbreitet der Lehrperson ein Formular mit den Bedingungen und einer allfälligen Rückzahlungsklausel.

Erläuterungen und Hintergrundinformationen

Die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration von Medien und ICT in den Unterricht ist ein pädagogisches Support-Team vor Ort.

Die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration von Medien und ICT in den Unterricht ist ein pädagogisches Support-Team vor Ort. Die pädagogischen Beratungspersonen unterstützen die Lehrpersonen in vielfältiger Weise. Sie geben den Lehrpersonen hilfreiche Tipps in der Vorbereitung der Lektionen, unterstützen sie bei Bedarf während der Lektion oder planen mit ihr die Schritte für die nächsten Lektionen. Gemäss dem Bericht des Instituts für Bildungsevaluation der Universität Zürich (IBE) auf Seite 80, geben 60% der Befragten an, dass sie an einem pädagogisch didaktischen Support interessiert seien. Hier besteht somit ein klares Bedürfnis, das bislang nicht genügend erfüllt wird.

Der organisatorisch technische Support ist zuständig für eine reibungslos funktionierende ICT-Landschaft. Gemäss dem Bericht des IBE auf Seite 80 wird die Verfügbarkeit des technischen Supports positiv beurteilt. Das System von hausinternem 1st- und 2nd-Level-Support sowie die Unterstützung durch externe Firmen soll ausgebaut werden.

Die erweiterten Aufgabenfelder bezüglich des Supports erfordern qualifizierte Weiterbildungen. Sie beinhalten Elemente der Erwachsenenbildung sowie das Gedankengut der betrieblichen Weiterbildung. Insbesondere zeigen sie Szenarien arbeitsplatznaher informeller und kooperativer Lernsettings auf. Sie thematisieren Massnahmen für den Transfer des Gelernten in den Arbeitsalltag und für die Zusammenarbeit mit Lehrkolleginnen und -kollegen.

WB Pädagogische ICT-Beratung

Aufgaben

Die Absolventinnen und Absolventen des CAS «PICTS» oder der «AdA-ICT-Ausbildung» sind oder waren für das Lehrerkollegium und die Schulleitung Themenexpertinnen und -experten für ICT- und Medienbildung. Der geplante und somit künftige CAS «PICT2.0» hat eine ähnliche Zielrichtung, mit angepassten Schwerpunkten.

Er befähigt die Absolventinnen und Absolventen, die pädagogische ICT-Beratung an ihrer Schule aufzubauen und  Lehrpersonen beim Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu unterstützen. Sie gewinnen einen vertieften Einblick ins Web2.0 sowie den Umgang mit «Social Media». Sie übernehmen in ICT-Entwicklungsprojekten Planungs- und Leitungsaufgaben. Sie beraten die Schulleitung aus pädagogischer Sicht bei der längerfristigen Entwicklungsplanung für den Medieneinsatz in der Schule und übernehmen somit im Bereich Medien und ICT Planungs- und Leitungsaufgaben. Auf diese Aufgaben sind die Weiterbildungsinhalte ausgerichtet.

Weiterbildungsinhalte

Die thematischen Vertiefungsangebote sind:

  • Digitale Medien und Gesellschaft
  • Digitale Medien und Unterricht
  • Digitale Medien und Organisation Schule

Details sind der PICTS-Website der PH Zürich zu entnehmen.

Arbeitsformen
  • Präsenzveranstaltungen (26 Tage) mit Referaten, Gruppenarbeiten, Plenumsdiskussion, Praxisbeispielen und Übungen
  • Onlinephasen
  • Literaturstudium
  • Leistungsnachweise für die Vertiefungsangebote
  • Zertifikatsarbeit

Technisch – organisatorischer Support

Aufgaben

Die ICT-Infrastruktur in den Schulen ist heute umfangreicher und komplexer als noch vor 15 Jahren. Die Ansprüche an die Verfügbarkeit der ICT-Geräte entsprechen deren in Verwaltung und Privatwirtschaft. Demzufolge soll die technisch-organisatorische Supportperson befähigt werden, ein Problem der Basisinfrastruktur zu analysieren, die mögliche Fehlerquelle zu lokalisieren und das Problem zu beheben. Die dafür einzusetzende Zeit beträgt maximal 15 Minuten. Gelingt die Problembehebung in dieser Zeit nicht, sollen externe Fachleute für die Problemlösung zuständig werden. Die Fachperson bringt ihr Wissen bei Sitzungen mit der Schulleitung und der pädagogischen ICT-Beratungsperson ein.

Die Schulleitung fördert und motiviert eine geeignete Lehrperson oder den Hauswart, die Ausbildung sowie die Weiterbildungsveranstaltungen zu besuchen. Jede Schuleinheit ist gut beraten, eine Fachperson, die für den technisch-organisatorischen Support zuständig ist, vor Ort zu haben.

Weiterbildungsinhalte
  • In der Weiterbildung muss die zuständige Person befähigt werden, mit den externen Supportpersonen eindeutig zu kommunizieren. Fachbegriffe und die Beschreibung der strukturierten Fehlereingrenzung spielen dabei eine wichtige Rolle.
  • Der Internetanschluss ist je länger desto mehr das Herz der Schulhaus-Basisinfrastruktur. E-Mail-Kommunikation, Internetrecherchen oder der Stellwerktest sind nur einige Anwendungen, die dies verdeutlichen. Die Weiterbildung befähigt die Person, die richtigen Schritte bei einem Ausfall des Internets anzugehen und den Zugang schnellstmöglich wieder herzustellen.
  • Dem Thema «Sicherheit» kommt eine grosse Bedeutung zu. Es umfasst Themen wie Computer- und Netzsicherheit, Datensicherheit, also Schutz der Daten vor unerlaubtem Zugriff, Manipulation oder Verlust sowie Fragen des Datenschutzes. Dank der Weiterbildung kann die ausgebildete Person diese Themen systematisch und kompetent angehen.
Arbeitsformen
  • Präsenzveranstaltungen (4 Tage) mit Referaten, Gruppenarbeiten, Plenumsdiskussion, Praxisbeispielen und Übungen
  • Onlinephasen
  • Literaturstudium
  • Leistungsnachweise
  • Zertifikatsarbeit

Kosten und Beurlaubung

Die Ausbildung ist auf der Stufe eines Certificate of Advanced Studies (CAS) angesiedelt. Für diesen CAS an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PH Zürich) gelten für Lehrpersonen, die an der Zürcher Volksschule unterrichten, spezielle Bedingungen. Trotz Kostenbeteiligung verzichtet der Kanton auf Rückforderungsvorbehalte für die Vikariate und für die Kostenbeteiligungen. Den Gemeinden wird empfohlen, den anderen Teil der Kosten zu übernehmen. Die Gemeinde kann mit der Lehrperson eine Vereinbarung zur anteilsmässigen Rückzahlung ihrer Kosten innert zwei Jahren abschliessen. Dies wird jedoch nicht empfohlen.